Hä?

Karolin Behre

Bei Karo wurde alles neu. Familie. Stadt. Job.

Für die Familie kam sie. Nach Berlin. Und im September 2017 zu .HENKELHIEDL in die Redaktion.

Bei .HENKELHIEDL kann sie in vollem Umfang Texten und Team sein.

Konzept und Ideenausschüttung ist auch dabei.

Und Organisation findet sich immer.

Das WIE ist für sie wesentlich. Wie man arbeitet-durchs Leben geht-miteinander umgeht-Dinge angeht-gestaltet-formuliert-fabuliert.  

Sie leidet unter Slapstick.

Fragt gern.

Zeichnen kann sie nicht.

Mit Worten aber.

Darauf ein Pony!

Pony


Das Pony ist schuld.

An allem.


War ich noch nie wie sie, 

diese Mädchen, die Ponys anbeten,

während sie striegeln, putzen, Mähne stutzen, 

steht es stumm-herum,

niedlich und brav, sogar im Schlaf, ist es geduldig.

Dadurch schuldig.


Du lebst auf dem Land.


Wo du hingehörst.

Zum Glück bin ich ein Stadtkind.

Hier gibt es Asphalt, Autos, Straßenbahn', Gehwege, sogar fürs Rad,

da brauche ich dich nicht. -


Heute braucht man so Vieles als junger moderner Mensch,

Alles muss cool, hip, angesagt, vom neuesten Modell der Nachfolger sein,

da lobe ich mir ein hassenswertes Pony,

weil ich das NICHT brauche, die Jauche, die auf dem Dorfe stinkt, 

unangenehm in meiner Nase, 

bei Regen dunstig-dicht, 

brauch' ich nicht. ---


Ich würde gerne Reiten können.

Auf einem PFERD.

Groß, stolz, mächtig-angsteinflößend,

galoppiert es über den Sand, Strand.


Was kannst DU eigentlich, Pony?


Niedlich gucken. -


Einst warst du ein Riese,

jetzt nur noch miese: einsfufzig, vom Boden bis zum Rücken, 

und würde ich je auf dir sitzen hätte ich das Gefühl ihn zu zerdrücken -

bis du zusammenbrichst.

Fett.

Ich, du nich', 

pummelich-knuddelich-ponylich-rundlich wie du bis'. Süsss.


Dabei hätt' ich gerne, dass meine Füße NICHT auf dem Boden schleifen,wenn du...

- ja, was eigentlich?-

Galoppieren tut das Pferd, das war bereits geklärt -

mich müh-sam durch die Gegend trägst. 

Die mitleidigen Blicke der Betrachter erheischend, nicht begreifend das Gespann, 

würden SIE sich nie auf dir niederlassen. -


Pony-Doppelmoral.

Nicht zu fassen. -


Den ganzen verfluchten Tag hast du Zeit, einziger Vertreib: Futtern.

Bemuttern müsst' ich dich, 

versorgen jeden Morgen jeden Abend jeden verdammten Tag an dem ICH arbeiten muss.*

Zu-sätz-lich!

Brauch' ich nich'.


Verdruss brächte mir dein Besitz, unzählige Mengen Heu würdest du -

kosten -

meinen verdienten Urlaub.


Von dir dem Tier welches mir zeigt,


dass ich kein Kind mehr bin. ---


Das kannst du. ---


Das brauch' ich nich'. ---


Pony.

*Anmerkung: Ausschließlich aus poesie-konkreten Gründen wird an dieser Stelle die Formulierung 'müssen' genutzt. 

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