Toleranz recherchieren

24 Materialsammlungen zu islamischen Persönlichkeiten

Das Violence Prevention Network setzt sich dafür ein, Extremismus jeder Art vorzubeugen. Die Deradikalisierungsarbeit hat zum Ziel ideologisch gefährdete Menschen und extremistisch motivierte Gewalttäter ihr Verhalten ändern, ein eigenverantwortliches Leben führen und Teil des demokratischen Gemeinwesens werden.

Für eine digitale Umsetzung der Aufklärungsarbeit hat sich das Violence Prevention Network 2017 an .HENKELHIEDL gewandt, um bei der Konzeption und Bau einer neuen Website zu helfen. Nach intensiven Workshops wurde klar, dass gerade Jugendliche nicht durch klassische Websites angesprochen werden, sondern eine moderne Website mit interaktivem Chatbot geeigneter ist. Gerade die Funktionalität auf mobilen Geräten war dabei besonders wichtig.

Im Dezember 2018 wandte sich das Violence Prevention Network erneut an uns, diesmal mit einer rein redaktionellen Aufgabe. Es sollten 24 Steckbriefe,  jeweils als sorgsam recherchierte, formulierter Text in Stichworten, über bekannte und historische Persönlichkeiten mit islamischem Glauben verfasst werden. Diese berichten detailliert und unterhaltsam über alle Lebensaspekte, welche durch ihren Glauben beeinflusst werden.  Sie zeigen außderdem mögliche Emotionen und Beweggründe, dem islamischen Glauben anzugehören, wobei besonders engagierte, liberale Personen und starke Frauen ausgewählt wurden. Ziel ist, einzelne Ausschnitte und Bausteine des Recherchematerials für die Social Media und Webkommunikation zu nutzen.

Für die Redakteur*innen von .HENKELHIEDL war es spannend, neue Einsichten über den Islam und die große Bandbreite an Haltungen und engagierten Persönlichkeiten zu gewinnen, sowie historisch wichtige Frauenfiguren wie Khadija, die Förderin Mohammeds, kennenzulernen. Besonders interessant war es zu erfahren, warum einige Persönlichkeiten erst im Laufe ihrer Karriere zum Islam konvertiert sind und wie sich ihr leben seitdem verändert hat. Bekannt dafür ist Cat Stevens, welcher nach einer Nahtoderfahrung konvertierte und seinen Namen in Yusuf Islam änderte. Weniger bekannt dagegen ist der Reggaekünstler Mellow Mark, dessen Konvertierung seine Einstellung dem Leben gegenüber und auch seine Musik zum positiven veränderte, ohne sein Leben komplett umzukrempeln.

Die Recherchearbeit hat uns auch nochmal gezeigt, wie unterschiedlich der Islam ausgelegt werden kann und wie groß die Diskrepanz zwischen den unterschiedlichen Lebensweisen ist. Die deutsch-türkische Rechtsanwältin und Berliner Imamin Seyran Ates musste diese Diskrepanz am eigenen Leibe durch Drohungen und Anschläge, aufgrund ihrer liberalen, politischen und religiösen Einstellung, von Anhängern des konservativen Islams erfahren. Ihre reformierte Moschee hat zwar einige aufgeschlossene Anhänger*innen, jedoch auch viele Gegner*innen.

Um die Recherche angemessen umsetzen zu können, haben wir eng mit dem Violence Prevention Networks zusammen gearbeitet. Nun freuen wir uns, wenn möglichst viele Bausteine aus den mehrseitigen Rechercheergebnissen, wie Zitate und Links, zum Einsatz kommen und eine weite Verbreitung finden.

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