Über das Suchen und die Selbstfindung

Gedanken zum Relaunch von henkelhiedl.com im Herbst 2015

Danke für das Öffnen dieses Links. Die sachliche Aufbereitung des Relaunchs kommt in Kürze als Projekt-Text. Hier folgt ein etwas launischer Akt in drei Längen. Je nach Zeit und Interesse könnte es sich lohnen, alles zu lesen. Anders gesagt: wir bitten darum! 

01

Hallo. Vorab die sehr viel zu kurze Version:


Relaunch! Ein Suchfeld! Für eine Seite, auf der die meisten Nutzerinnen nicht wissen, was sie erwartet. Ja. Das ist verrückt. Aber ok. Kann man ja mal ausprobieren, oder? Habt ihr es ausprobiert? Und? Keine Sorge. Es gibt ja noch eine schlagwortgetriebene Fallback-Lösung mit der Sitemap.


Aber huch, sieht (fast) jede Detailseite tatsächlich irgendwie anders aus? Individuell quasi? Passend zum Projekt. Erstaunlich! Oder?


Wie habt ihr das denn gemacht, fragt ihr euch? Mit einer CMS/Editor-Eigententwicklung eventuell? Dem ersten eigenen digitalen Produkt von .HENKELHIEDL? Auch interessant. (Auch dazu später mehr. Immer dieser künstliche Spannungsaufbau!)


Das ist erst der Anfang!? Dann wüsste ich wirklich sehr gerne, was da noch alles kommt. 


Viel Spaß, bitte das Feedback nicht vergessen, egal ob öffentlich oder diskret.


Wir freuen uns.

Office Party

02

HalloHallo! Doch noch da? Dann gibt es hier noch ein paar mehr Worte in der mittellangen Version:


Ja, ein Suchfeld als Kernstück der Webseite einer »Agentur«, die Kunden u.a. dabei helfen möchte, Orientierung in der (digitalen) Welt zu finden und Ordnung zu schaffen, ist irgendwie merkwürdig. Auf den ersten Blick vielleicht. Und den zweiten auch. Wie sollt ihr denn etwas suchen, von dem ihr gar nicht wisst, dass es existiert? Wer ist schon Henkelhiedl-Projektexperte?


Was aber, wenn das Suchfeld uns exakt widerspiegelt. Ein Offenbarungseid im Sinne von Ehrlichkeit ist? Das Projektbüro im Herbst 2015. Keine Zeit für Standortbestimmungen in einer sich immer schneller drehenden Welt. (Oh weh, das bedeutet wohl 5GB ins USB-Phrasenschwein! Die waren es aber wert.). 


Stets auf der Suche nach uns selbst. Das sind aktuell wir. Wer sucht, legt sich außerdem nur ungern fest. Ein Suchfeld funktioniert auch deshalb als Metapher, weil dort, beim Ausprobieren, wie hier, bei uns im Projektbüro, dennoch immer eine Lösung gefunden wird. (Es gibt nämlich einen Trick: es kann nur gesucht werden, was auch existiert! Und Vorschläge machen wir auch noch.) Die einzige Ausnahme: es wird gar nicht erst probiert zu suchen. Das wäre schade, denn so werden wir keine Partner. 


Diese Seite ist insofern eventuell sehr viel ehrlicher, als eine perfektionierte, durchchoreographierte Buzzwordinszenierung. Eine konstruierte Selbstbeweihräucherung wird euch sowieso an anderen Stellen finden, wenn ihr das wollt. Wofür gibt es denn Poser-Plattformen wie Facebook, Twitter oder den guten alten Newsletter? Oder unsere Buzzword-Sitemap. Wir sind toll, furchtbar nett, hochgradig kreativ, sinnvoll bodenständig und ohne Angst vor dem Experiment … das können wir euch auch dort sagen. Von uns aus täglich. (Fehlt natürlich die Zeit für … klar.)


Oder eben hier. Ab und zu. Anders verpackt als erwartet. 


Einfach mal ausprobieren, sich treiben lassen und bedenken, dass es eventuell wertvoller ist von alleine auf ein Projekt aus dem Jahr 2004 zu stoßen, als nur die schöne heile Ist-Welt des Awards-Hochjahr 2013 zu entdecken. Das Wichtigste ist sowieso: regelmäßig wiederkommen. Diese Seite, die Suche, ist nie fertig … sondern fängt gerade erst an zu leben. 


Haben wir eigentlich schon erzählt, dass kaum eine Detailseite der anderen gleicht? Ja, etwas weiter oben. Dass dafür unser erstes digitales Produkt verantwortlich ist? Auch das wurde schon erzählt. Interessant könnte noch sein, dass wir nicht nur vorhaben, damit auch Aufträge zu realisieren, sondern dies bereit aktiv tun. Mehr dazu später. (Noch hat das Produkt übrigens keinen Namen. Vorschläge sind jederzeit willkommen.)


Kennt ihr den Spruch: ›Bist du zu schwach, sind sie zu stark?‹ Natürlich. Wir auch. Anders gesagt: Wer jetzt den Kopf schüttelt, ob der vielen vermeintlich verqueren Gedanken oder der vordergründig experimentellen, aber dennoch waltenden Vorsicht hier, möchte vielleicht etwas, das am Ende Andere sogar besser machen. Einfacher. Nicht so spitz. Eher stumpf. Unser Ansinnen ist das nicht.


Wir mögen großes Kino, wenn wir gemeinsam bestimmen können, welcher Film läuft. Um die Ecke denken mit Sicherheitsnetz. Wir mögen den geerdeten Salto-Mortale. Allesamt ebenfalls potentielle Relaunch-Metaphern.


Wir mögen neben Lakritze natürlich auch: Feuerwerk. 


Ein solches hat sich das Relaunch-Team jetzt verdient. Also genauer gesagt: alle hier im Projektbüro!  

Hopp Hopp, Feuerwerk galopp

03

HalliHallo! Tatsächlich immer noch da? Dann kommt jetzt die richtig lange Version. Für die ganz Tapferen. Und alle zukünftigen Kunden, Kolleginnen und Freunde des Hauses. Hier könnte relaunchjubeltrunken etwas drinstecken, das unsere Agentur-Selbstbeschreibung, ob der gebotenen Nüchternheit, so vielleicht nicht auszudrücken vermag:


Es ist ein Klassiker. Seit Jahren verlagert sich der Schwerpunkt unserer Arbeiten immer mehr ins Digitale. (Ausnahmen bestätigen – wie immer – die Regel.) Waren Webseiten seit Anbeginn des Projektbüros zwar eine feste Konstante, sind digitale Strategien, weit über die URL hinaus gehenden Konzepte und markenstrategische Prozesse, sowie deren praktische Umsetzungen, heute nicht mehr nur gestalterisch, strategisch und konzeptionell unser täglich Brot. Auch die tatsächliche Programmierung kommt mittlerweile immer öfter von .HENKELHIEDL selbst. Aus guten Gründen. Aber wenn es um den Relaunch der eigenen Seite geht …


Auf 2008 datiert die (preisgekrönte!) Vorgängerversion dieser Seite. Eine verdammt lange Zeit. Wie das eben so ist. Alles Andere ist immer wichtiger. Vor allem die Projekte an denen wir für unsere Kunden arbeiten. Und dann: monatelang wartet ein Konzept und Design auf die Programmierung, da ist immer viel zu tun, und – so geschehen 2013 – wenn es dann endlich soweit ist, stellen wir mal eben fest, dass sich das Ganze mittlerweile scheinbar längst überholt hat. Weil irgendeine für vier Wochen in Hastdunochnievongehört existierende Microsite ein ähnliches Prinzip nutzt. Nicht zu vereinbaren mit unserem Stolz.


Gut so!


Überholen ist sowieso ein prima Stichwort. Wie eingangs erwähnt, hat sich in den letzten Jahren, seit der Relaunch immer wieder Thema war, sehr viel getan – in der Welt und bei uns. Wie ebenfalls eingangs gar zweimal erwähnt, ist diese Seite die logische Konsequenz daraus.


Sie ist ungewöhnlich. Sie ist angreifbar. Sie ist aus unserer Sichtweise dennoch kein Risiko.


Trotz der bekannten Fragen: Was bitte soll ein Suchfeld auf einer Seite, auf die z.B. potentielle Neukunden kommen, um zu erfahren, wer wir überhaupt sind? Das macht doch gar keinen Sinn!?


Doch.


Neben bereits genannten Argumenten, bitten wir folgendes zu bedenken: Eine gute Webseite ist immer auch eine Metapher. Ein Spiegelbild. Ein Schaufenster in das Innere des Absenders. Nur dann ist sie erfolgreich … aus Markensicht. Aber vor allem eines: ehrlich. Alles andere zahlt sich mittel- und langfristig nicht aus. 


Und diese Seite hier ist stellvertretend für die Suche nach uns selbst. Für einen Findungsprozess, der sehr aufregend ist. Irgendwo zwischen den Anfängen des Projektbüros, also klassischem Design, und der totaldigitalen Welt von heute. Veränderung. Transfomation sagen mittlerweile die Hype-Medien dazu. Also Ordnung in jenem Teil des Chaos und der Orientierungslosigkeit zu schaffen, von dem niemand erfahren soll. Zauberei! Markenführung. Aber auch ein Ausdruck von Kreativität, der/die Daten erst wirklich wertvoll macht.


Das Suchfeld. Eine Metapher. Bisschen Aufregung. Mehr als eine Spielerei.


Natürlich gibt es eine Sitemap. Keine Sorge. Wisst ihr längst. Sie »henkelhiedl.com für Dummies« zu nennen wäre dennoch falsch.


Seit Jahren predigen wir, was mittlerweile längst Mainstream-Wissen geworden ist: Daten regieren. Und wir haben unsere Daten ordentlich auf Vorderfrau gebracht. Kategorien, Schlagworte in fünf unterschiedlichen Abstufungen. Sogar welche, die wir nur intern benutzen. Für alles. Jeden digitalen Schnipsel. Jeder Relaunch der Zukunft wird sich darüber freuen. Und sie werden einfacher umzusetzen sein. Wir werden nach außen flexibler wirken können, weil wir innen organisierter sind. Und die Daten ständig verfeinern. 


Es gibt Unmengen von Schlagworten, nach denen auch etwas zögerlichere Menschen ihre Inhalte finden werden. Oder von denen Unwissende überrascht sein werden, mit was wir uns denn so beschäftigen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt. Aus der hilflosen Kapitulation vor dem Suchfeld kann durch die Übersicht unserer Themen die absolute Übersicht werden. Aus »im Trüben fischen« wird »Transparenz«, ohne Angst davor, sofort auch die allerletzten Winkel der Inhalte zu entdecken.

 

Beim Ausprobieren. 


Es gäbe also die Möglichkeit erstmal mit einen »A« im Suchfeld anzufangen. Wie »Awards«. Wie »Annual Multimedia«. Und mit »B« weiterzumachen. Wie »BauNetz«. Wie »Blog«. Wie »Berlin« oder »Belgrad«. Und dann kurz zu überlegen, was wir denn bitte mit »Z« wie »Zimbabwe« zu tun haben!?


Das Schöne ist ja: es funktioniert genauso wie beim weltbekannten Suchmaschinengiganten aus den USA: duckduckgo.com.


(Zwinkergesicht an dieser Stelle.)


Also traut euch. Erkundet. Spielt mit dem Ungewissen. Begebt euch auf die Suche von A bis Z. 


Aber … Moment. Es gibt noch etwas Wichtiges zu verkünden. 


Die wirkliche Story ist auf den Detailseiten zu finden. Vor allem dort, wo ihr nicht hinklicken könnt. Hinter dem Frontend.


Unser Zwei-Mann-IT-Labor hat mal eben dafür sorgt, dass tatsächlich (fast) jede Detailseite anders aussieht Ein CMS und einen Editor entwickelt, was genau das möglich macht. Arbeitstitel »All In One«. Marke: Eigenbau! Es soll an dieser Stelle erlaubt sein, was ansonsten bei »Der Star ist das Team« nicht gerne gesehen ist: danke Ilja, danke Jannis! (Die Reihenfolge wurde alphabetisch bestimmt.)


Wir haben also ein Produkt erschaffen! Es ist noch irgendwo zwischen »Alpha« und »Beta«, aber wir werden es schon bald auch für Projekte unserer Kunden benutzen. (Insgeheim geschieht dies – wie gesagt – sogar schon. Deshalb dazu sehr bald später mehr. Stand: Mitte Oktober 2015.) Auch weil wir es satt sind, den einfachen Weg zu gehen. Und weil unsere Kunden, in der Zusammenarbeit, ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Gefallen an Individualität gefunden haben. Selbst das lässt sich unterstützen. Nur ein Teil unserer Credos.


So wird diese Webseite hoffentlich dem eigenen Anspruch gerecht. Practise what you preach also. Und eine weitere Metapher für unser grundsätzliches Selbstverständnis. 


Wer digitale Projekte von der Stange möchte … unser Ding ist das nicht. Das hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern Haltung. »Mit Anspruch für Anspruch.« 


Ästhetisch und agentur-ethisch ist das Template tot. (Nehmt das als Schlagzeile PAGE, T3N und Co!)


(Und noch ein Zwingergesicht.)


Was wir sagen wollen: In einer Zeit, in der »das Internet« in kreativer Konformität den responsiven Tod zu sterben scheint, was die klassische Webseite, Landingpage und Microsite angeht (also: Kerngeschäft), ist vielleicht auch diese Seite – ungewöhnlicher Einstieg hin oder her – am Ende durchaus auch ein Statement gegen das vorherrschende Dogma. Einen Irrglauben. Gegen die vermeintlich unumstößliche Tatsache, dass am Ende nur noch Daten zählen, ihre Aufbereitung aber nicht. Oder teuere Social-Media-Strategien. Robotergesteuerte SEO-Optimierungen. Großraumbüro-Content-Marketing. Zahnweißes Lächeln in die Bewegtbildkamera. (An dieser Stelle bitte irgendein weiteres Konferenz-Buzzword einsetzen. Ganz wichtig: nichts gegen Bewegtbild! Oder SEO. Oder die sogenannten sozialen Medien.)


Das Allerbeste ist: Es geht weiter. Im Projektbüro. Wie seit jeher. Neu ist, dass die Einschläge der Veränderung ab sofort auch auf diesen Seiten eine neue Taktung bekommen könnten. Egal, ob große oder kleine Neuordnungen. Das Template ist tot! (Jaja, ok, das haben wir bereits gesagt.) Lang lebe das Template. (Das müssen wir jetzt zum Selbstschutz – Stichwort: Hintertür! – natürlich auch sagen.)


Um wieder auf die Hauptthemen »Suchfeld« und »individuelle Detailseiten« zu kommen: Die wirklich wichtigste User Experience ist das »Ah!«. Und »Oh?«.


Die Überraschung, die kurzzeitige Aufregung, das Kribbeln. Selbst ein Kopfschütteln ist besser als gar keine Reaktion.


Und die Tatsache, von jenen, die wir für uns begeistern wollen, durchaus auch etwas Eigeninitiative verlangen zu können. Denn in unserem Büro ist ein Projekt nur dann erfolgreich, wenn die »Kunden« und »Henkelhiedl« die Dinge gemeinsam angehen. Eins werden. Oder sind.  


(Das wurde ebenfalls schon erwähnt? Na gut, dann hören wir langsam mal auf, sollte jetzt ja sitzen. Hallo Lerneffekt!)


Hallo Suchfeld. Hallo Relaunch. Hallo Symbiosen.


Herzlich Willkommen Feedback jedweder Art.


Schöne Grüße vom – und 1000, nein 10.000 Dank an das:

Team Relaunch henkelhiedl.com.


Am Ende sind das übrigens wir alle. Alle! Wir wiederholen uns erneut. Zum Abschluss also noch was neues:


WOOHOO!


Text: Uwe Viehmann

Party Party

P.S.: Mit den GIFs haben wir natürlich übertrieben. Wir feiern (uns) in Wahrheit (maximal) so (ab). 

Mister Tambourine Cat
Black Cat Manicure The Cure
Sleeping Cat
Chill Cat Kitty

… weil wir uns die Energie für das nächste Projekt unserer Kunden sparen, natürlich!

Surprise Cat

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